Di-Day: Worum geht's eigentlich?
Mark-Uwe-Kling als sehr prominenter Vertreter (Author von Quality Land und den Känguru-Chroniken) rief am 39. Jahrestreffen des Chaos Computer Club zum "Digitalen Unahängigkeitstag" auf.
Hintergrund: Wir sind abhängig von US-Konzernen, was unser digitales Leben angeht. Nicht nur fließen unsere Verhaltens-Daten dort hin, die Algorithmen hinter den Angeboten werden auch gezielt zur Einflussnahmen auf gesellschaftliche und politische Entwicklung und die öffentliche Meinung genutzt werden.
Idee: An jedem ersten Sonntag des Monats nimmt man sich etwas Zeit, einen dieser großen US-Dienste zu verlassen und durch kleinere, lokalere oder freie Dienste zu ersetzen. Diverse Gruppen in Deutschland nutzen diesen Tag als Angebot, andere Platformen zu zeigen und beim Umstieg zu helfen.
Bspw wird X deshalb als relevantes Medium akzeptiert, weil relevante Personen, Institutionen und Politiker dort agieren. Täten sie das nicht, und diese wichtigen Leute würden sich bspw nur in Mastodon austauschen, wäre X als Platform sehr einseitig und würde an Wert und Relevanz für die Öffentlichkeit verlieren.
Youtube, Facebook und dergleichen manövriert uns in eine Informations-Filterblase durch deren Algorithmus. So landet jeder in einer sich selbst verstärkenden Meinungs-Blase. Die Rechten, die Linken, die Verwörungstheoretiker, die Esotheriker, die Techniker … werden identifiziert und quasi eingesperrt. Das Ziel ist, uns maximal zu beschäftigen und durch unsere Beiträge und Reaktionen die Platform relevant zu halten, Geld zu verdienen und durch das Beobachten unserer Verhaltensmuster andere Internet-Dienste besser wissen zu lassen, auf welche Werbung wir reagieren werden.
Um welche Platformen geht es eigentlich?
- Platformen, die in der Lage sind unsere Meinung zu leiten.
- Dienste, die beeinflussbar durch politische Bewegung sind.
- Platformen die ideologisch einflussreichen Einzelpersonen noch mehr Einfluss (Geld) verschaffen
Sagt bspw die US-Regierung, wer kritische Inhalte auf X postet oder sich unliebsam politisch engagiert, dessen Microsoft-Email-Account wird gesperrt, dann haben wir hier ein Mittel zur Erpressung und Unterdrückung der öffentlichen Meinung.
Primär im Fokus:
- E-Mail: Microsoft (Outlook, Hotmail), Gmail, Apple, GMX
- Kalender: Google Calender
- Browser: Chrome, Edge
- Suchmaschine: Google, Bing
- Social Media: X, Facebook, Instagram
- Kommunikation: WhatsApp, Telegram, Facebook Messanger
- Konsum: Amazon
- Cloud-Speicher: OneDrive, Google Drive/Docs
Und jetzt kann man sich noch überlegen, ob man weitere US-Dienste ins Visir nehmen will… bspw
- Video-Streaming: Netflix, Amazon Prime, Disney+, Paramount+, …
- Bezahldienste: Paypal
- Office-Lösung: Microsoft Office
- Karten-Dienst: Google Maps / Bing Maps
- Git: Github
- KI: OpenAI, Groq, Claude, …
- Musik: Google Play Music, Spotify
- Übersetzungen: Google Translate
Für das Meiste gibt es tatsächlich lokale Alternativen.
Was macht man nun am Di-Day?
Soll ich mein Google/X/Facebook-Konto auflösen? Nein, nicht zwingend. Es nicht zu nutzen (und deren Tracking zu blockieren) genügt.
Als Creator: Veröffentliche auf alternativen Platformen und lass es deine Zuschauer wissen.
Als Konsument: Informiere Dich auf anderen Platformen und lass es deine Freunde wissen.
Als Nutzer: Wechsle zu einem lokalen Anbieter und lass es deine Freunde wissen.
Teile Deinen Umstieg: Um den anderen Platformen Relevanz zu geben, müssen die Leute wissen, dass Du umgestiegen bist. Lass Deine Gefolgschaft, Freunde und bekannte auf den US-Platformen wissen, dass Du umgstiegen bist. Versuche sie von dort zur anderen Platform zu bringen.
- DiD - Digital Indipendance Day
- DuT - Digitaler Unabhängigkeits-Tag
Sag "DiD it!" wenn Du einen Dienst gewechselt hast. Und JA, tu das auf X, Facebook, Youtube und in einer Instagram-Story. Man soll es ja hören und Deine Leser / Zuschauer sollen ja folgen.
Kommentiere "DuT gemacht!" wenn jemand umgezogen ist und es teilt.
Weitere Informationen:
In den Medien:
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