Drittes TYPO3 Camp Stuttgart – ich war dabei

Auch dieses Jahr organisierte die TYPO3 Community ein Barcamp im Schloss Hohenheim. Großartige Location. 🙂

Wir von 21TORR sind Freitag zum Aufbau angerückt, konnten aber leider nicht lange an der Kennenlern-Party teilhaben. Die Pizza ist uns leider raus. Aber Gerüchten zufolge war die auch ungefähr so schnell vergriffen wie die Karten zur Apple DevCon. 😉

Bei diesem Camp stand der aktive „Austausch“ im Vordergrund. Es gab gefühlt wesentlich mehr Workshops und Diskussionsrunden, als auf den Camps, die ich bisher besucht habe. Mal was anderes, aber auch gut.

Gleich zum Start durfte ich meinen Workshop zu „Internet Sicherheit“ (ein bisschen Hacken) halten und habe hoffentlich den einen oder anderen in den Grundfesten schockiert. Aber auch ich habe es als offene Diskussion gehalten, um grade zu diesem Thema aus dem TYPO3-Bereich Erfahrungswerte zu bekommen.

Grundsätzlich ist TYPO3, solange man Extbase und Fluid verwendet und keine manuellen Ausbrüche wagt, „Secure by default“. Es wurden aber doch ein paar Stellen angemerkt, wo auch hier Vorsicht geboten ist.

Bspw.:

  • Die Delete-Action ist an keine Userrechte gebunden und kann, sofern die Action im Controller vorhanden ist, vom Frontend aus aufgerufen werden. Lässt man es vom Extension Builder erzeugen und sichert es nicht ab bzw. entfernt es nicht, wenn es nicht benötigt wird, bleibt die Funktion erreichbar. Die fehlende View hilft da nicht.
  • Bei Extbase-Bearbeitungs-Formularen (updateAction) muss „uid“-Manipulation explizit abgefangen werden, je nachdem welches Rechtemodell man vorgesehen hat.
  • Eigentlich selbstverständlich: ein System ist so sicher, wie der aktuelle Kenntnisstand ist. Neue Methoden oder gefundene Fehler bedürfen Sicherheitsupdates.



Als Dankeschön für’s Session-halten konnte man sich wieder ein Buch aussuchen. Ich hab mit den „Leitfaden Web-Usability“ gesichtert. 🙂

Von den über 40 angebotenen Sessions war ich in …

„Warum gerade TYPO3“

Wolfgang Wagner hat die gängigsten Vorurteile bzgl. TYPO3 sehr ehrlich erörtert und teilweise entkräften können. Im Anschluss ging es um Vor- und Nachteile und wann TYPO3 die richtige Wahl ist und wann konzeptionell ein anderes System Sinn machen kann.

„TYPO3 6.2 LTS + CMS FUTURE“

In diesem Vortrag wurden von Ernesto Baschny die bisherigen Entwicklungsschritte und Veränderungen an TYPO3, der Marke und der Beziehung zu Flow und NEOS ausgeführt.
Hier ist ja einiges passiert, von der Produktfamilie über die LTS-Versionen zu Breaking Changes und Änderungen im Extensionmanager. Es ist in Bewegung.

Dass in (etwas fernerer) Zukunft Flow-Pakete direkt in TYPO3 lauffähig zu machen sein sollen, zeigt, dass die Umstrukturierung insb was Namespaces betrifft hier stark Rechnung trägt. Auch Symfony Anwendungen integrieren zu können wurde nicht ausgeschlossen.

„Bayrisch für Anfänger“

Jo mai, bast scho. Diese Vortrags-Perle wurde von Robert Zet schonmal in Berlin gehalten (wo das viel wichtiger war) und hier wiederholt. Es gab Bayrischen Champagner (Weißbier) und einen kleinen aber feinen Sprachkurs für Touristen.



„Nützliche Tools“

Am zweiten Tag wurden in eine kollaborativen Session nützliche Tools gesammelt. Etherpad hat dabei gute Dienste geleistet. Jochen Weiland führte die Runde durch den Tool-Dschungel. Es war eine der stillsten Sessions. Alle am kollaborieren. 🙂

„Enterprise Architect“

Thomas Heidrich von DMC stellte den Enterprise Architect vor; eine System-Modellierungssoftware für kleines Geld und erschlagenden Umfang. Ein echtes Profi-Tool. Zur Modellierung lässt es scheinbar keine Wünsche offen. Beeindruckend waren die Export-Funktionen, die zielgruppenspezifisch formatierte Berichte aus den hinterlegten Modellen und Texten erzeugt.

Im Anschluss wurde noch über das nötige Vorwissen zu modellhaltigen Anforderungsbeschreibungen diskutiert, die oft nicht richtig interpretiert werden (können).

„Emotionales Webdesign“

Knapp dem Preis für den besten Vortrag entgangen, die Session von Laura (anders-und-sehr) zum Thema „Emotionales Webdesign“. Nein, nicht einfach große Bilder. Es ging um emotionale Ansprache und langfristige Nutzerbindung durch „vermenschlichung“, persönliche Ansprache und persönliche Reaktionen, Humor und Selbstironie.

Hätte ich nur mehr mitgeschrieben, ich war total gefesselt. Die Beispiele zumindest waren u.a. von http://littlebigdetails.com/. Das Buch heisst „Designing for emotion„.

„Mit Problemen umgehen“

Last but not least hat sich Peter Siebenhaar von Lightwerk zum Ziel gesetzt eine Art uniformen Workflow zur Problemlösung aufzustellen; mit einer Gruppe Projektmanager verschiedener Agenturen. Das Ergebnis wird vermutlich noch veröffentlicht. Grundsätzlich kann man sagen, dass eine Problemkultur erst etabliert werden muss, damit Mitarbeiter bei Problemen nicht ihre Kompetenz bedroht sehen oder sich mit Schuld belasten. Ein freundliches „Miteinander“ vorausgesetzt, lässt sich jedes Problem lösen, wenn man es früh kommuniziert.

Und dann wurde auch schon zusammengepackt. Schon krass wie schnell eine Aula ent-tischt und neu bestuhlt ist, wenn 30 Leute anpacken. Großartig. 🙂

Weitere Berichte (auch aus anderen Sessions) finden sich bspw. schon bei jweiland.net oder typovision.

Fotos gibts natürlich auch tonnenweise:

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